Fußball, Freunde, Feierlaune – das Hallenturnier am Neusurenland
1988 wagte der Post SV mit einem „Versuchsballon“ etwas Neues: Zum ersten Mal rollte der Ball beim Hallenturnier in der Sporthalle Neusurenland. Was damals noch vorsichtig als Experiment gestartet wurde, entwickelte sich schnell zu einem festen Termin im Hamburger Amateurfußballkalender. Jahr für Jahr pilgerten mehrere hundert Zuschauer in die Halle, um packende Spiele, Tore am Fließband und die besondere Atmosphäre hautnah zu erleben.
Schon die Premiere hatte es in sich: Im Spiel um Platz drei unterlag der Post SV dem Rahlstedter SC mit 2:5, während sich im Endspiel der TuS Alstertal mit 2:1 gegen den SV Großhansdorf durchsetzte. Der sportliche Rahmen war damit gesetzt – ein spannendes Turnier, das nicht nur die Nachbarschaftsvereine, sondern auch die überregionale Fußballszene aufhorchen ließ.
Ein Blick auf das Teilnehmerfeld von 1988 offenbart zudem eine bemerkenswerte Kuriosität: Von den acht Teams der ersten Auflage sind heute lediglich der Rahlstedter SC, der Hoisbütteler SV und der USC Paloma noch eigenständig aktiv. Andere Vereine mussten Fusionen eingehen oder verschwanden aus dem Hamburger Fußballgeschehen: Der TuS Alstertal schloss sich mit dem SC Langenhorn zum heutigen SC Alstertal-Langenhorn (SCALA) zusammen, der SV Großhansdorf fand seine sportliche Heimat in der SG Stormarn-Süd, und der TuS Neu-Steilshoop stellte im Jahr 2000 den Spielbetrieb ein.
Doch das Turnier lebte nicht nur vom Geschehen auf dem Hallenparkett. Bald wurde mit der sogenannten Player’s Nightein geselliges Rahmenprogramm eingeführt, das sich schnell zu einem echten Kult entwickelte. Für viele Spieler und Trainer war sie fast wichtiger als das Turnier selbst: Hier wurde gefeiert, gelacht, Freundschaften geschlossen – und nicht selten auch der Grundstein für spätere Spielerwechsel gelegt. Was im Laufe der Jahre auf dem Parkett begann, setzte sich bei dieser legendären After-Party fort und verlieh dem Turnier seinen ganz besonderen Charakter.
So wurde aus einem kleinen Versuch ein echtes Aushängeschild des Post SV: ein Turnier, das sportlichen Ehrgeiz und gemeinschaftliches Miteinander miteinander verband und dem Amateurfußball im Nordosten Hamburgs ein Stück weit Geschichte schrieb.

Post SV und Farmsener TV – eine gemeinsame Zukunft, die es nie gab
Als Klaus-Peter Jebens Mitte der 1990er Jahre den Bau einer Mehrzweckhalle für 8.000 bis 10.000 Zuschauer in Hamburg plante (genauer gesagt am Höltigbaum), war dies nicht nur in der Hamburger Sportpresse ein Thema, sondern tauchte auch im Umfeld des Post SV und des benachbarten Farmsener TV auf.
Ob es tatsächlich ernsthafte Gespräche zwischen beiden Vereinen gab – und wenn ja, in welchem Umfang – lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Fakt ist aber, dass es in dieser Zeit mehrere Presseberichte gab, in denen ein möglicher Zusammenschluss der beiden Vereine zumindest als Gedankenspiel erwähnt wurde. Sogar im „Stadionheft“ des Post SV griff man das Thema auf.
Der unten gezeigte Artikel aus den 1990er-Jahren ist ein solches Beispiel: Spekulationen über eine „Fusion mit Post?“ verbanden sich mit der Berichterstattung über das Hallenprojekt, das damals auch politisch und stadtplanerisch diskutiert wurde.
Der Hintergrund
Jebens war in jener Zeit nicht nur als Unternehmer aktiv, sondern auch im Eishockey engagiert – unter anderem bei den „Crocodiles Hamburg“. Für sie sollte die geplante Mehrzweckhalle eine neue Heimat bieten. Als Standort war das Gelände des Farmsener TV am Berner Heerweg im Gespräch – was automatisch auch den FTV ins Rampenlicht rückte.
Für den Verein selbst war dies weniger eine eigene Initiative, sondern vielmehr eine Frage, wie man mit einer möglichen Großsporthalle direkt vor der Haustür umgehen würde. Die Sportpresse griff das Szenario einer engeren Zusammenarbeit mit dem Post SV auf – ob nun realistisch oder eher visionär, bleibt offen.
Fragen, die bis heute spannend sind:
Stimmen aus jener Zeit: Wer nahm die Idee einer engeren Kooperation tatsächlich ernst? Wurden konkrete Gespräche geführt – oder war es vor allem ein Produkt medialer Fantasie?
Perspektive aus Farmsen: Welche Bedeutung hätte eine solche Halle – unabhängig von Jebens’ Plänen – für den lokalen Vereinssport und die Region gehabt?
Stadionheft-Kontext: Der Artikel ist eine kleine Kuriosität – ein Zeitdokument, das zeigt, wie solche Themen damals im Vereinsumfeld aufgegriffen wurden, auch wenn am Ende nichts daraus wurde.
Am Ende blieb das Projekt unrealisiert. Hamburg entschied sich gegen den Standort Höltigbaum, und die Planungen verliefen im Sande. Zurück blieb eine dieser typischen „Was-wäre-wenn“-Geschichten, die den besonderen Reiz eines Online-Museums ausmachen.

#Verein #1990er
Das Online-Museum
Das Jubiläumsbuch ist abgeschlossen.
Aber die Geschichte des Post SV Hamburg lässt sich nicht in genau 174 Seiten pressen. Und sie hört auch nicht auf, nur weil das Buch jetzt gedruckt ist.
Im Gegenteil: Beim Schreiben, Recherchieren und Zusammenstellen der Texte wurde mir immer klarer, wie viele weitere Bilder, Zeitungsausschnitte, persönliche Anekdoten und Kuriositäten es noch gibt. Vieles davon ist am Ende nicht ins Buch gekommen – weil der Platz nicht reichte, die Struktur es nicht zuließ oder weil bestimmte Inhalte einfach zu spät auftauchten.
Doch diese Dinge sind nicht weniger wertvoll.
Sie erzählen auf ihre Weise von dem, was den Post SV ausgemacht hat: dem Leben im Verein, dem Nebeneinander von Leistung und Freizeit, von Alltagsmomenten und sportlichen Ausnahmetagen, von Ehrenamt und Ehrgeiz, von Menschen, Plätzen, Spielen, Ideen.
Deshalb möchte ich mit dem Online-Museum all das sichtbar machen, was sonst vielleicht in einer Kiste, einem Fotoalbum oder in der Erinnerung Einzelner geblieben wäre.
Hier findest du – nach und nach, ganz ohne festen Zeitplan –:
Texte, die es nicht ins Buch geschafft haben
Zeitungsberichte, Fundstücke aus Archiven und Kellerschubladen
Fotos und Sammelbilder, manchmal mit Kommentar, manchmal einfach für sich stehend
Hintergrundinfos zu Kapiteln im Buch – wo sich etwas ergänzen oder vertiefen lässt
Persönliche Geschichten und Nachträge, die nie in eine „Abteilung“ gepasst hätten
und das eine oder andere, was einfach zu schade ist, um ungelesen zu bleiben
Das Ganze ist kein klassisches Archiv, keine lückenlose Chronik, keine digitalisierte Vereinsgeschichte.
Es ist ein Erinnerungsort, der wachsen darf – ein bisschen wie ein Vereinsheim, in dem man alte Ordner durchblättert, an der Wand Fotos hängen, jemand eine Geschichte von früher erzählt – und man am Ende vielleicht länger geblieben ist als geplant.
Ich freue mich, wenn du hier ab und zu vorbeischaust.
Vielleicht entdeckst du etwas, das du längst vergessen hattest.
Oder etwas, das du noch nie wusstest.
#Verein #Neusuart #Museum