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Früher Schock, später Jubel – Posts Comeback-Formel 2003

21. November, 2025 um 12:03 Uhr, Keine Kommentare

Manchmal erzählen ein paar Zeitungszeilen eine ganze Saison. So auch bei den beiden Artikeln aus dem Sommer 2003, als der Post SV nach elf Jahren Abstinenz wieder in die Landesliga zurückkehrte. Und dieser Neustart hatte alles, was man damals von der Liga-Mannschaft erwartete: Tempo, Tore, Dramatik – und ein paar kuriose Randnotizen.

Schon früh zeichnete sich ein bemerkenswertes Muster ab. Mehrmals kassierte der Post SV in den ersten Sekunden ein Gegentor, um anschließend „richtig in Fahrt zu kommen“. Das Auftaktspiel bei TuRa Harksheide? Nach 40 Sekunden 0:1, am Ende 5:4. Das Duell mit Willinghusen? Gleiche Geschichte: frühes Gegentor, danach ein 4:1. Und auch gegen den SV Tonndorf-Lohe klingelte es nach 30 Sekunden im eigenen Netz – am Ende wurde ein souveränes 10:1 eingefahren.

Die Presse sprach humorvoll vom „Sekundenschlaf“ und vom „täglich grüßenden Murmeltier“. Und tatsächlich: Diese Mannschaft brauchte offensichtlich einen Weckruf, um den Turbo zu zünden.

Die Zeitungsberichte bringen jedoch noch ein anderes Detail ans Licht: Der Schreiberling hatte offenbar Schwierigkeiten mit den Namen der Spieler. Der dort gefeierte Doppeltorschütze „Christoph Hochheuser“ heißt in Wirklichkeit natürlich Maik Hochheuser. Für Post-Kenner wirkt das irgendwie merkwürdig – denn ausgerechnet in einer Phase, in der die Post SV-Liga einen Offensivwirbelsturm entfesselte, verdrehte der Reporter den Namen des Stürmers, der maßgeblich daran beteiligt war. Aber gut, niemand ist perfekt. Und Maik wird’s überlebt haben.

Während Maik Hochheuser also unter falschem Vornamen traf, fehlte ein anderer zunächst komplett: Michael Holst, der Toptorjäger der Vorsaison (26 Treffer). Sobald er wieder auf dem Platz stand, wurde der Post-Angriff endgültig zur Maschine. Gegen Tonndorf-Lohe erzielte er in der zweiten Hälfte einen lupenreinen Hattrick, der ihn zum „umjubelten Spieler“ des Tages machte. Und insgesamt passte das alles perfekt zum Stil dieser Saison: Musste der Post SV ein frühes Gegentor schlucken, antwortete die Mannschaft mit purem Offensivdruck.

Sportlich war das Ganze weit mehr als nur Spektakel. Der Post SV war in seiner ersten Landesliga-Saison seit 1991/92 nie in Abstiegsgefahr und spielte über weite Strecken begeisternden Fußball. Am Ende stand ein starker neunter Platz – aber noch etwas anderes stach heraus: Mit 71 erzielten Toren stellte man einen der besten Angriffe der gesamten Landesliga Hansa-Staffel. Das ist nicht nur eine Zahl, das ist ein Statement.

Wer heute auf diese Saison zurückblickt, erinnert sich weniger an Tabellenrechnereien als an Gefühle: der frühe Schock, das kollektive Aufwachen, der Umschwung, die Tore. Ein Team, das nie aufgab, sondern erst richtig loslegte, wenn andere nervös wurden.

Die Landesliga-Spielzeit 2003/04 war eine einzige Post-typische Achterbahnfahrt – manchmal chaotisch, oft spektakulär und am Ende vor allem eines: unvergesslich.

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