1964/65: Glücksfee statt Elfmeterschießen
Der DFB-Vereinspokal der Saison 1964/65 hielt für den Post SV eine kuriose Geschichte bereit, die aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar ist. Nachdem sich die Mannschaft in der ersten Runde auf dem Hohenluft-Sportplatz nach Verlängerung 1:1 vom Eimsbütteler TV getrennt hatte, musste das Weiterkommen nicht auf dem Platz, sondern am grünen Tisch entschieden werden. Elfmeterschießen gab es damals noch nicht – stattdessen entschied das Los.
Und diesmal hatte der Post SV das Glück auf seiner Seite. Obwohl der ETV als Vertreter der Verbandsliga favorisiert war, durfte der Post SV nach dem Losentscheid in die zweite Runde einziehen.
Die Freude über das glückliche Weiterkommen währte jedoch nicht lange. In Runde zwei wartete mit der TSG Bergedorf ein deutlich stärkerer Gegner. Die Bergedorfer zeigten dem Post SV die Grenzen auf und gewannen klar mit 6:1. Bereits zur Halbzeit stand es 4:0, sodass über den Ausgang der Partie früh keine Zweifel mehr bestanden.
Interessant ist dabei, dass der Pokalwettbewerb für den Post SV nie zu den ganz großen Erfolgsfeldern gehörte. Während die Mannschaft in den 1950er-Jahren lange Zeit zu den festen Größen des Hamburger Amateurfußballs gehörte und zeitweise sogar in der höchsten Hamburger Spielklasse vertreten war, blieben größere Pokalerfolge die Ausnahme. Immer wieder schied der Verein frühzeitig aus.
So steht die Pokalsaison 1964/65 sinnbildlich für viele Jahre des Post SV im Pokal: Zunächst sorgte das Los für ein kleines Fußballmärchen, ehe die nächste Runde die Mannschaft schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte.
Einmal mehr ein herzliches Dankeschön an Ronald Rossig für diese tollen Zeitungsartikel.